Jaana Mutanen. Foto: privat

25JahreDialog: EDUFI-Volontariat – drei Jahrzehnte voller Weltentdeckungen

Das Finnland-Institut wird im Herbst 2019 25 Jahre alt. Als erstes Kultur- und Wissenschaftsinstitut Finnlands im deutschsprachigen Europa wurde es Ende September 1994 eröffnet. In diesen 25 Jahren war der Dialog zwischen den finnischen Partnern und den Akteuren vor Ort in Deutschland, Österreich und der Schweiz zentral in der Tätigkeit des Finnland-Instituts. Diesen Dialog haben im der Laufe der Jahre die vielen Personen und Persönlichkeiten ermöglicht, die sich im Namen des Finnland-Instituts für den Austausch zwischen den Ländern engagiert haben. In unserer neuen Blog-Reihe #25JahreDialog kommen im Laufe des Jahres einige von ihnen zu Wort: als erstes zwei Volontäre aus den Jahren 1994 und 2018, Jaana Mutanen und Miika Peitso. Wir möchten aber schon jetzt allen herzlich danken ‒ was wäre das Finnland-Institut ohne das Engagement jedes bzw. jeder Einzelnen!

Anfang der 1990er-Jahre wurde in Finnland CIMO, Centre for International Mobility, gegründet. Die „Zentrale für internationale Mobilität“ firmiert seit 2017 unter EDUFI, Finnish National Agency for Education (fi. opetushallitus). Zentral im Aufgabenspektrum von CIMO bzw. EDUFI ist die Förderung der Internationalisierung von Studierenden, und zwar unter anderem durch die Vermittlung von Praktikums-Erfahrungen in den Kultur- und Wissenschaftsinstituten Finnlands. In einem dieser Institute, nämlich dem Finnland-Institut in Deutschland, war ich zwölf Monate lang tätig. Der Gründungszeitpunkt von CIMO fiel in die größte Umbruchphase der jüngeren finnischen Geschichte, die durch so unterschiedliche markante Punkte wie die Wirtschaftskrise Finnlands Anfang der 90er-Jahre, den Beitritt zur EU 1995 und das ‒ mit dem Aufstieg von Nokia ‒ Finnland-Profil als IT-Nation gekennzeichnet ist: Finnland auf rasantem Weg in die Globalisierung.

Schon seit den 1940er- und 1950er-Jahren hatte das damalige finnische Ministerium für Arbeit und Verkehr jungen Leuten Auslandspraktika ermöglicht. Die CIMO-Volontariate seit den 1990er-Jahren entstanden im Geiste von Internationalisierung, Multilateralismus und Dialog ‒ auch in der Form, dass ausländische Stipendiaten nach Finnland kamen, um ihr Knowhow zu verbessern. Dieses Modell erwies sich in einer sich immer weiter öffnenden Welt als vorteilhaft für alle Akteure.

Dass junge Leute aus Finnland auch zukünftig in andere Länder gehen, um Sprache und Kultur vor Ort kennenzulernen, ist ‒ im besten Wortsinn ‒ lebenswichtig. Seit der Gründungsphase des Finnland-Instituts in Deutschland um das Jahr 1993 arbeitet dieses daran, seine Volontär_innen zu Experten ihrer Tätigkeitsfelder auszubilden. Die ersten CIMO-Stipendiat_innen machten ihr Volontariat 1994. Die allererste CIMO-„Agentin“ am Finnland-Institut in Deutschland war keine andere als Jaana Mutanen, inzwischen langjährige EDUFI-Programmkoordinatorin. Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Interview mit ihr.

Bei meiner Tätigkeit am Finnland-Institut und im Alltag im Ausland habe ich bemerkt, dass die Welt und die vielen Möglichkeiten, die sie eröffnet, sich nicht nur mit Hilfe der englischen Sprache und in der Schule erlernten Sprachwissens erschließen lassen. Sie öffnet sich vor allem, wenn man weltoffen und kühn genug ist, in die Situationen des Alltags einzutauchen und die angebotenen und sich anbietenden Möglichkeiten zu ergreifen. Ähnlich „neugierige“ Menschen konnten mit Unterstützung des finnischen Staates schon seit 70 Jahren Auslandserfahrungen machen – und seit 25 Jahren auch am Finnland-Institut in Deutschland. Das bedeutet für junge Leute auch, sich selbst und ihre Sprach- und Kulturkenntnisse im alltäglichen Leben herauszufordern. So haben sie sich zu vielseitigen Kennern zweier Kulturen und Sprachen entwickelt und ihr Können in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen angewendet. Ehemalige Volontär_innen des Finnland-Instituts sind inzwischen beruflich an Schaltstellen kulturellen und gesellschaftlichen Wirkens tätig, wie z.B. in öffentlichen und diplomatischen Einrichtungen, darunter übrigens auch am Goethe-Institut und an der Nationaloper Finnlands tätig.

Es wäre sehr zu wünschen, dass in die EDUFI-Volontariate weiterhin investiert wird bzw. die Zuwendungen erhöht werden, um neue kreative und zeitgemäße Verfahren entwickeln zu können. So würden die Konkurrenzfähigkeit Finnlands und die Glaubwürdigkeit der Rolle als Land mit hohem Bildungsniveau aufrechterhalten.

Miika Peitso
Studierte Germanistik an der Universität Oulu/Nordwestfinnland und absolvierte 2018 ein zwölfmonatiges Volontariat am Finnland-Institut in Deutschland. Seit Januar 2019 ist er als Marketing- und Networking-Spezialist bei Asia Exchange GmbH in Tampere/Finnland tätig.

Jaana Mutanen
Jaana Mutanen war 1994 die erste CIMO-Volontärin am Finnland-Institut in Deutschland. Heute arbeitet sie als Sachgebietsleiterin bei der Finnish National Agency for Education EDUFI und ist zudem Vorstandsmitglied der Stiftung für das Finnland-Institut in Deutschland.

Die nächste EDUFI-Ausschreibung für den Volontariats-Zeitraum von August 2019 bis Juli 2020 läuft ab 14. Februar 2019.

Übersetzung: Miika Peitso und Marion Holtkamp

Miika Peitso war 2018 Volontär am Finnland-Institut in Deutschland.

Miika Peitso oli harjoittelijana Suomen Saksan-instituutissa vuonna 2018.