Danke für alles und auf Wiedersehen!

Publiziert: 16.07.2015
Autor: Meri Holmela Anna Kondracka Anna Lindberg Ville Määttä Miika Kupiainen
Kategorien: Bildung, Sonstiges

Fünf Instituts-Volontäre_innen verlassen das Haus und erzählen davor über ihre interessantesten Erlebnisse des Jahres

Meri Holmela (Empfang)*: An meinem Arbeitsplatz, dem Institutsempfang, hatte ich immer die beste Aussicht auf die verschiedenen Ausstellungen des Instituts. Meine Zeit hier hat mit einer tollen Ausstellung begonnen und mit einer tollen Ausstellung geendet. Die Ausstellung Buchstäblich mit den Toilettenwänden, wo man selbst sein Statement zur Welt hinkritzeln konnte, fand ich sehr einfallsreich und auch etwas provozierend. „Kann es so was überhaupt an einem Arbeitsplatz geben?“ dachte ich. Die letzte Ausstellung Helsinki Dresses von Anne Mustarastas war hingegen umwerfend schön mit ihren von Helsinkis Gebäuden inspirierten Kostümen. Sie hat mir gezeigt, dass man mit einer guten Idee und harter Arbeit etwas Grandioses erschaffen kann. Ich hoffe, dass etwas von diesem Gefühl auch die Herzen der Besucher erreicht hat.

Anna Kondracka (Kunst und Kultur)*: Die drei Schlüsselwörter, die mein Jahr am Institut beschreiben? Natürlich Sisu, Sauna und Sibelius!
Sisu – Zähigkeit. Die Arbeit in einem finnischen Kulturinstitut war immer schon mein Traum. Ohne nachzulassen habe ich dieses Ziel durch verschiedene Wege stets zäh verfolgt, und durch die Stelle als Volontärin für Kunst am Finnland-Institut ging mein Wunsch endlich in Erfüllung. Ich bin sehr dankbar für diese erfüllende und lehrreiche Erfahrung!
Sauna. Eines meiner selbständigen Projekte für das Jahr war das Organisieren der Fotoausstellung Die Saunameister von Päivi Eronen in den Räumlichkeiten des Instituts. Im Rahmen der Ausstellung und als große Sauna-Enthusiastin habe ich die finnische Saunakultur einer Gruppe von Studierenden der Humboldt-Universität und auch auf dem Lernschwärmen-Festival des Instituts vorgestellt, natürlich mit der entsprechenden Ausstattung wie Birkenquast und finnischer Grillwurst.
Sibelius. Das Jubiläumsjahr anlässlich des 150. Geburtstags von Sibelius wurde ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Einer der Höhepunkte war das Zusammenstellen des Programms für die Eröffnung der Sibelius-Wanderausstellung, bei der die Sopranistin Camilla Nylund aufgetreten ist. Zu den unvergesslichen Momenten des Jahres zählten auch die Zusammenarbeit und die organisatorische Arbeit bezüglich des Verleihs der Ausstellung an die Berliner Philharmoniker.

Anna Lindberg (Kultur und schwedischsprachige Projekte)*: Das Beste im vergangenen Jahr waren auf jeden Fall die Kollegen und Kolleginnen. Eine so vielfältige Zusammenstellung von Persönlichkeiten findet man wohl nur an wenigen Arbeitsplätzen. An diesem Institut für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft waren aber nicht nur die Kollegen, sondern auch meine Aufgaben äußerst unterschiedlich. Diese Vielfalt führt dazu, dass jeder seinen ganz eigenen Platz am Institut finden kann. Ich kenne keinen Arbeitsplatz, zu dem so viele ehemalige Mitarbeiter zu Besuch kommen – und das spricht ja wohl für sich! Ich hoffe, dass alle zukünftigen Mitarbeiter, Besucher, Gäste und Kooperationspartner sich genauso zu Hause fühlen werden wie wir, die bald „Ehemaligen“.

Ville Määttä (Bibliothek)*: Als ich ins Haus kam, habe ich mich gefreut, da ich die einfach klasse Atmosphäre des „Finstituts“ nicht übersehen konnte. Die ersten Tage war ich natürlich neu im Haus und fühlte mich auch so, aber bald war ich ein Player im Team wie alle anderen. Bei der Arbeit musste ich mich immer wieder wundern, wie die Gäste des Finstituts sich stets gefreut haben, wenn sie das Institut besuchten. Manchmal kamen Leute, die bei einer Veranstaltung des Finstituts waren, mit ihren Freunden und Freundinnen zusammen, und erzählten von allem, was sie bei der Veranstaltung erfahren hatten – z.B. bei der Ausstellung Saunameister. Ich war noch nie in Berlin, und in Deutschland auch nicht, bevor ich hierher kam, aber nach dem ersten Monat habe ich gemerkt  – ich bin verliebt! Und jetzt, wenn die Sonne gnadenlos scheint und die Temperatur um die 30 Grad beträgt, fühle ich mich in dieser grünen, aber schmutzigen – großen, aber kleinen – Stadt unfassbar wohl! Berlin heißt: Vielfalt.

Miika Kupiainen (PR)*: Das Beste an Berlin ist die Stadt selbst. Sie ist gleichzeitig hässlich und schön, verführerisch und muffig, poetisch und rau. Man kann sich ganz in sie versinken lassen und man kann in ihr neu geboren werden. Man kann sich auch in ihr verlieren, jeden Tag sieht man das Herumtreiben auf ihren Straßen. Berlin ist groß genug, so dass jeder die Stadt nach seinem Geschmack für sich selbst gestalten kann, aber für eine Großstadt ist sie klein genug, um nicht zu überwältigend zu sein. Es gibt keinen Dress Code, der ist frei, alles ist erlaubt und nichts erregt Aufsehen. In Berlin ist es leicht, Kontakte mit Leuten aus der ganzen Welt zu knüpfen, die Stadt zieht sie von überall her an. Alle Küchen der Welt scheinen in Berlin zu Hause zu sein. Die Möglichkeiten sind grenzenlos, nur reich wird man hier nicht, dafür ist die Stadt noch zu arm. Man spürt die Geschichte überall, und mehr als jede andere europäische Stadt wurde das Gesicht von Berlin durch verschiedene Machthaber geformt. Für jemanden, der kein Deutsch kann, ist Berlin easy, denn mit Englisch kommt man fast überall gut klar. Wenn man seine Deutschland-Odyssee in Berlin beginnt, muss man daran denken, dass Berlin nicht Deutschland ist, es ist viel mehr.

Übersetzung aus dem Finnischen: Meri Holmela

*(Schwerpunkt)

Vorne / edessä: Ville Määttä, Hinten von links / takana vasemmalta oikealle: Meri Holmela, Anna Lindberg, Anna Kondracka, Miika Kupiainen
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