Designhauptstadt Helsinki weckte Neugierde in Deutschland

Publiziert: 19.03.2013
Autor: Finnland-Institut
Kategorien: Design, Medien und Presse

Am 20. März 2013 erscheint der Abschlussbericht der Weltdesignhauptstadt Helsinki 2012. Bereits vorab hagelte es in Finnland Kritik von verschiedenen Seiten. Das ist gut so: eine kritische und offene Diskussion unterstreicht die Bedeutung des Jahres in Finnland. Von Deutschland aus betrachtet gibt es vor allem gute Gründe, das Jahr zu loben: die Themen waren international interessant, das Timing perfekt. Die Botschaft „Embedding design in life“, d.h. „Design ins Leben integrieren“, die von der Weltdesignhauptstadt 2012 ausging, ist in Deutschland gut angekommen.

Die Frage nach der Wirkung und nach Ergebnissen der eigenen Aktivitäten beschäftigt auch die Kulturbranche. Was ist eine Wirkung? Wie kann man sie messen? Kann man sie messen? Eine abschließende Antwort ist bis jetzt nicht gefunden worden. Fest steht aber, dass ein großer Teil der Ergebnisse erst viele Jahre später sichtbar wird und dann letztendlich eine Summe von vielen kleineren Faktoren ist. Das trifft auch auf die Ergebnisse der Weltdesignhauptstadt Helsinki 2012 zu, aber gleichzeitig sind einige Erfolge bereits erkennbar.

Podiumsgespräch „OK Talk WDC: Making Places“ mit Kaarina Gould, WDC Helsinki 2012 und Tommi Laitio, Demos Helsinki.

1. Türöffner: Schon im Vorfeld auf das Designhauptstadtjahr haben wir mit zahlreichen Designakteuren in Deutschland über das Thema gesprochen. World Design Capital Helsinki 2012 und die ausgewählten Schwerpunkte stießen in den Fachkreisen auf Interesse, weil viele sich aktuell mit ähnlichen Fragestellungen wie Offenheit und Design jenseits von reinem Produktdesign bereits beschäftigen. So konnten wir mit den Akteuren gemeinsam Ideen und Projekte entwickeln, um das Jahr in Deutschland sichtbar zu machen. So entstand u.a. auch der Finnland-Fokus auf dem DMY International Design Festival 2011.
2. Durch die engere Zusammenarbeit mit Finnland und den Finnen beschäftigten sich viele Kooperationspartner damit, was jetzt gerade im finnischen Design passiert, jenseits der alten Ikone. Daraus folgten gewachsene Kenntnis und neue Kontakte.
3. Die deutschen Medien haben die WDC Helsinki 2012-Themen angenommen. Die finnische Designphilosophie, die Ansätze zum Servicedesign und die Möglichkeiten, Design bei gesellschaftlichen Prozessen und Problemen einzusetzen wurde n hierzulande in den Medien thematisiert, wobei auch die finnische Designtradition stets eine Rolle spielte.

Letztendlich wird man die Ergebnisse im deutschsprachigen Europa erst beurteilen können, wenn wir wissen, welche der Nachfolgeprojekte und wie diese umgesetzt werden, und was wiederum aus ihnen resultiert. Auch wenn für das Finnland-Institut derzeit das Satellitenprogramm zur Frankfurter Buchmesse 2014 im Mittelpunkt steht, verfolgen wir diese Entwicklungen aufmerksam. Außerdem wird Design auch in diesem Satellitenprogramm eine eigene, wichtige Rolle spielen.

Was bleibt, ist ein angenehmer Nachgeschmack mit Vorfreude und Lust auf mehr. Das Interesse der Fachleute und der Designjournalisten an Finnland ist gestiegen. Viele von Ihnen haben viel Zeit und Energie investiert, Design in und aus Finnland kennenzulernen. So kann es weitergehen.

Emma Aulanko und Essi Kalima

Finnischer Designfokus beim DMY International Design Festival Berlin 2011.

Fotograf: Bernhard Ludewig

Background image