Back to basics trifft street food – die skandinavische Küche

Publiziert: 25.12.2014
Autor: Jaana Vainio
Kategorien: Sonstiges

Die skandinavische Küche ist schon mehrere Jahre lang weltweit in aller Munde gewesen. Unter anderem hat die Agentur The Food People einen Überblick von Essenstrends für das Jahr 2014 veröffentlicht, wo die skandinavische Küche einen Platz unter den angesagtesten Küchen der Welt errungen hat.

Zu den Pionieren gehört das skandinavische Restaurant Noma in Kopenhagen, das mehrere Male zum besten Restaurant der Welt gewählt wurde. Spätestens der Siegeszug von Noma hat das Interesse an der skandinavischen Küche geweckt.

Die Esskulturen von Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und Finnland haben ihre eigenen nationalen Spezifika und Speisen. Was alle aber gemeinsam haben ist, dass die Geschmackswelt im Vergleich zu vielen anderen Küchen relativ mild ist. Auf diese Weise kommen die Natürlichkeit, Frische und erstklassigen Zutaten, die oft mit der skandinavischen Küche verbunden werden, am besten zur Geltung. Wenigstens in Finnland ist die Präsentation auch oft schlicht und elegant.

Für die skandinavische Küche ist es typisch, dass die Speisen die Saison wiederspiegeln. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Zutaten, die vor allem in Restaurants genutzt werden. Beim Kochen werden viel Fisch aus finnischen Seen und Beeren und Pilze aus den finnischen Wäldern verwendet. Im Moment kommen auch Wildkräuter immer öfter auf den Teller.

Dank meiner Arbeit habe ich schon drei Jahre lang die Entwicklung des Restaurantangebots in Finnland, und insbesondere in Helsinki, verfolgt. Neue interessante Konzepte tauchen ständig im Straßenbild auf. Im Moment sehr angesagt sind aus erstklassigen Zutaten kreierte Gerichte im Stil von Streetfood. Street Gastro gilt als Pionier im diesen Gebiet und hat sein Geschäft im schnellen Tempo vergrößert.  Früher hat das Unternehmen im Zentrum von Helsinki premium Sandwiches aus einer Bude verkauft, jetzt hat es zwei Restaurants mit einer schroff gemütlichen Atmosphäre im Erdgeschoss von zwei Altbauten. Bei dem Restaurant Kaartin hodari ja hummeri (auf Deutsch „Hotdog und Hummer bei Kaarti“) servieren finnische Spitzen-Küchenchefs, wie der Name schon verrät, Hotdogs und Hummer, und zu den Gerichten kann man beispielsweise ein Glass Wein oder Champagner genießen.

Auch die internationale Küche ist in Helsinki sehr beliebt. Ein Vertreter dieser Küche ist das unkomplizierte und gemütliche Sandro, ein Restaurant mit marokkanischem Schwerpunt, das heutzutage zwei Geschäftsstellen hat. Das aller erste Sandro findet man in Kallio, einem künstlerischen Stadtteil mit vielen verschiedenen Bars. Wenn man etwas feiner Speisen will und gern asiatisch isst, sollte man sich zu den klassisch schicken Restaurants Gaijin oder Farang begeben.

Ein Besuch wert ist auch Ragu, das zu den jüngsten Restaurants in Helsinki gehört und skandinavische Speisen mit einem italienischen Twist anbietet. Beim Betreten des Restaurants bekommt man auch ein gutes Gesamtbild von dem skandinavischen Einrichtungsstil. Spätestens dann hat mich das Restaurant ganz auf seine Seite gewonnen, als zum krönenden Abschluss eines Fünf-Gänge-Menüs ein Dessert, das Schokolade und Orange erfolgreich kombiniert, serviert wurde – eine absolute Lieblingskombi von mir.

In Helsinki gibt es zahlreiche hochklassige Restaurants, wo man sich mit der skandinavischen Geschmackspalette bekannt machen kann. Gute Alternativen sind beispielsweise  Olo, Juuri, Ask, Luomo und Lasipalatsi.

Auch die Bars von Helsinki kenne ich durch meine Arbeit sehr gut. Im Moment bevorzuge ich kleine gemütliche Cocktailbars, wo die Cocktails bis hin zum kleinsten Detail durchdacht sind. Zu solchen Bars gehören beispielsweise Liberty or Death und die wahrscheinlich einzig bekannte Speakeasy Bar in Finnland, Trillby & Chadwick. Gute Cocktails bekommt man auch bei Groteks, Pastor und der American Bar von Hotel Torni.

In Finnland sind die Bedienungskosten in den Restaurantpreisen enthalten, und recht viele Einheimische stecken das Wechselgeld in ihre eigene Tasche. Es gibt aber durchaus Variation, denn auch immer mehr Leute denken an die Bedienung mit ein, zwei Euros. Das passiert vor allem in feineren Restaurants, wo die Bedienung sich wirklich um das Wohlbefinden der Gäste gekümmert hat. Wenn Sie also eine besonders gute Bedienung hatten oder eine besonders gute Mahlzeit genießen konnten, dann nimmt das Personal es Ihnen nicht übel, wenn Sie etwas Trinkgeld hinterlassen.

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– Jaana Vainio

Die Autorin ist Chefredakteurin bei „Aromi“, dem führenden finnischen Fachmagazin der Gastronomie-Branche.

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