Die Stadtplanungsakademie stärkt den Expertenaustausch zwischen Helsinki und Berlin

Publiziert: 22.05.2013
Autor: Finnland-Institut
Kategorien: Architektur, Stadtplanung
© Stadtplanungsakademie Berlin–Helsinki

In Helsinki ist die größte Veränderung der Stadt seit hundert Jahren im Gange. Der Frachthafen hat die Stadt vom Zentrum bis in den Osten nach Vuosaari hin verändert, indem er riesige neue Gebiete zum Wohnen und für Dienstleistungen freigegeben hat.

Auch in Berlin passiert viel: unzählige Gebiete, die vom infrastrukturellen Gebrauch frei geworden sind, plant man ganz in Zentrumsnähe umzufunktionieren. Eines dieser laufenden Projekte ist die Verlegung des Flugverkehrs zum neuen Flughafen Berlin-Brandenburg und die Planung der Neunutzung des früheren Flughafengeländes.

Diese zwei europäischen Hauptstädte verbindet ein Entwicklungsprozess, der aus vielen anderen Ländern bekannt ist. In vielen Städten wird zurzeit die Umfunktionierung weiter Industrie- und Verkehrsgebiete für neue Zwecke geplant. Könnten die Städte Wissen und Erfahrung teilen und gleichzeitig neue Kooperationen schaffen?

Die für die Kooperation zwischen den Städten Berlin und Helsinki gegründete Stadtplanungsakademie beantwortet genau diese Frage. Sie ist ein gemeinsames Projekt beider Städte mit dem Ziel, das fachliche Können und die lokale Planungskultur der Stadtplanungsämter weiterzuentwickeln.

Im Laufe der Zusammenarbeit der Akademie wurde über die Unterschiede zweier bedeutender europäischer Städte und über die Werte in der Stadtplanung diskutiert. Als Planungsobjekt wählte man für Berlin den Flughafen Tegel, dessen Gebiet in Zukunft zur Ansiedlung neuer Arbeitsplätze dienen soll, und Verkkosaaris nördlichen Teil im Helsinkier Stadtteil Kalasatama, der sich vom Hafen in ein Wohngebiet verwandelt. In der Ausstellung, die im Mai am Finnland-Institut eröffnet wird, kann man sich über diese Stadtplanungskooperation und ihre Ergebnisse informieren.

Der Tegel-Entwurf der Helsinkier Arbeitsgruppe wurde 2012 fertig. Bei der Planung Tegels verwirklichte sich hervorragend, dass es möglich ist, von einer Stadt auf die andere anwendbare Pläne zu machen: Das Helsinkier Team lernte vom Berliner Prozessmanagement und von der Gesprächskultur, während die Berliner von der praktischen Planungskunst der Helsinkier und der überzeugenden Präsentation der Pläne beeindruckt waren.

Berlin hat für seine eigene Gruppe Top-Experten für Gemeinschaftsbau benannt. In Helsinki werden auf diesem Sektor erst die ersten Schritte gemacht und wir möchten von Berlin lernen, wie wir den Gemeinschaftsbau voranbringen können und wie die Stadt diesbezügliche Schwellen ebnen könnte.

Die Arbeit der Berliner umfasst den Beginn einer Ausarbeitung des Bebauungsplans des nördlichen Teils von Verkkosaari. Ziel ist, aufgrund der Berliner Arbeit und der daraus gezogenen Erkenntnisse einen Bebauungsplan zu schaffen, der fruchtbare Ansätze für Gemeinschaftsbau-Projekte bietet.

Die Stadtplanungsakademie hat ihren Beitrag zur Entwicklung der internationalen Beziehungen und Zusammenarbeit des Stadtplanungsamts Helsinki geleistet. Insbesondere die im Zusammenhang mit der Arbeit der Akademie geschaffenen Kontakte zu Kollegen in Berlin sind wertvoll. Im Planungsprozess des Flughafengebiets Tegel traf das Team aus Helsinki auch Vertreter namhafter europäischer Planungsbüros. Auch die Kontakte zu den Planern und die lebhafte Diskussion der Planungsprozesse generell hat das finnische Team sehr gern für die Helsinkier Stadtplanung mitgenommen.

Die bisherigen Ergebnisse der Stadtplanungsakademie lassen darauf schließen, dass die Zusammenarbeit der Städte fruchtbar ist und dass sie fortgesetzt werden sollte. Die Akademie bietet ihren Teilnehmern die Möglichkeit, in internationaler Wechselwirkung, die in der immer globaler werdenden Stadtplanung auch im öffentlichen Sektor wichtig ist, Neues zu lernen.

Meri Louekari, Dan Mollgren, Pia Sjöroos, Tuukka Linnas, Harri Verkamo
Stadtplanungsamt Helsinki

Übersetzung aus dem Finnischen: Jana Ruf

Ausstellung 24.5.−28.6.2013: Stadtplanungsakademie Berlin – Helsinki: Fallbeispiele Tegel − Verkkosaari. Eröffnung mit Podiumsdiskussion: Do 23.5., 18−21 Uhr.

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