Ein Tag auf der größten Buchmesse der Welt

Publiziert: 20.11.2012
Autor: Jemima Koli
Kategorien: Literatur, Medien und Presse

Ein Tag auf der Frankfurter Buchmesse reicht, um die verschiedensten Dinge zu sammeln, durch die man sich auch gern an den Besuch erinnert: Broschüre,, Zeitschriften, Visitenkarten, Lesezeichen. Hier eine Auswahl des Ertrages des ersten Messetages 2012:

1. Lesezeichen = cool

”Lesezeichen werden immer gebraucht” erfahre ich  beim Messestand Finnlands. Dort bekomme ich nämlich das druckfrische Finnland. Cool. -Lesezeichen, das schon jetzt auf Finnland als Ehrengast der Buchmesse 2014 hinweist. Und es stimmt doch: Obwohl alle von der wachsenden Popularität des E-Books sprechen, wird Literatur aus allen Ecken der Welt hier tatsächlich mit Hilfe von Büchern präsentiert.

Ein Augenblick lang versuche ich mir vorstellen, wie es aussehen würde, falls jedes Buch in den unzähligen Bücherregalen und Ständen dieser riesigen Messe  durch elektronische Lesegeräte ersetzen würde. Wo würde ich dann das Lesezeichen, das ich in der Hand hatte, hinstecken! Nein, Lesezeichen sind einfach echt cool.

2. Ein „Programmroman“ und eine kleine Entschuldigung

Lesezeichen können auch wertvoll sein, wenn man durch das Programmheft der Buchmesse blättert – ein Roman in Taschenbuchformat von fast 700 Seiten! In so einem Mammutwerk kann natürlich auch etwas schief gehen, wird aber immer mit Humor korrigiert: In dem Programmroman steckt eine Postkarte mit dem Text „AWE MŌ TAKU HĒ!” (das heißt ungefähr „Hoppla, ich habe einen Fehler gemacht!“ auf Maori da diesjährigen Ehrengastland Neuseeland ist) − und eine Erklärung, dass nicht alles mit der Seitennummerierung ganz richtig ist.

3. Ein Gesicht – Tausende von Erzählungen

Auf der ersten Seite der Messezeitung Frankfurter Allgemeine: ein Mann mit tätowiertem Gesicht, der die Zunge zeigt, Hintergrund schwarz. Es ist erkennbar, dass Neuseeland sich in seinem Programmangebot auf die Erzählkunst und die Mythen konzentrieren wollte.

Zum Abschluss des ersten Tages gibt es eine Maoritanz- und Gesangsaufführung, die in dem verdunkelten Neuseeland-Pavillon abgehalten wird. Der Tanz spiegelt sich in einem schwarzen Wasserbassin mit funkelnden Sternen und Mond, das Publikum erfährt, was die Lieder bedeuten und wie die traditionellen Waffen benutzt werden. Frieden legt sich über die Messehalle.

P.S. Falls sich eines Tages irgendwo ein Bild auffindet, das eine Messebesucherin in herbstlicher Kleidung zwischen einer Menge Maoritänzern auf einer Rolltreppe zeigt, kann es durchaus sein, dass es ich bin!

Jemima Koli, Redaktion FINNLAND.COOL..

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