Im Interview: Ville Kylätasku, Visiting Art/ist des Finnland-Instituts

Publiziert: 7.09.2015
Autor: Joonas Kankkunen
Kategorien: Bildende Kunst

Ville Kylätasku ist seit Anfang September im Rahmen des Konzepts Visiting Art/ist zu Gast am Finnland-Institut. Drei seiner Werke werden in den Räumlichkeiten des Instituts ausgestellt und können auch käuflich erworben werden. Das Finnland-Institut spielt dabei die Rolle eines Vermittlers, selbstverständlich ohne jegliche Provision. „Wir empfangen wöchentlich zahlreiche Gäste aus der Kulturbranche und können so dem gastierenden Künstler zu mehr Sichtbarkeit in Deutschland verhelfen“, so Institutsleiterin Laura Hirvi.

Ville Kylätasku, von der Ausbildung her sowohl Kunstmaler als auch Designer, wurde 1979 in Tampere geboren.  Er gehört zu den vielen finnischen Künstlern mit Wahlheimat Berlin. Kylätasku ist nicht nur wegen der liberalen Atmosphäre der Stadt nach Berlin gezogen, sondern auch, um die Zusammenarbeit mit seinem Galeristen in München zu vertiefen. http://www.galerieflash.de/ville-kylatasku/

Die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in Deutschland ist wichtig, da einem ausländischen Künstler der Einstieg in den deutschen Kunstmarkt nur schwer gelingt. „Schwierig wird es dadurch, dass Finnland  im allgemeinen für seine bildenden Künstler nicht sonderlich bekannt ist. Weltweit gibt es richtig gute Künstler in Hülle und Fülle“, so Kylätasku. Gute Beziehungen und PR braucht man aber auch. „Man muss auch außerhalb des Studios aktiv sein. Ein Künstler muss heute vieles andere können als nur malen.“

Das Kulturleben Berlins ist mit seinem großen Angebot überwältigend. Wie kann man sich hier aus der Masse hervorheben und ein begeistertes Publikum gewinnen?

„Ehrlich gesagt, am allerwichtigsten für einen Künstler sind die Menschen in „Machtpositionen“, die deine Werke mögen. Sie können dir helfen Türen zu öffnen. Darüber hinaus muss man natürlich sehr gut in seiner Arbeit sein, einen extrovertierten Charakter haben und bereit sein, Risiken einzugehen.“

Kylätasku macht in seinem Schaffen von verschiedensten Materialien und Techniken Gebrauch, aber das Resultat ist stets ausgewogen. Bei den Werken, die jetzt am Finnland-Institut zu sehen sind, hat Kylätasku sowohl mit  Ölfarben als auch verschiedenen Kunststoffen gearbeitet. „In den vier letzten Jahren habe ich mich hauptsächlich mit durchsichtigen Hightech-Materialien beschäftigt“, berichtet der Künstler.

Die Arbeiten von Ville Kylätasku werden noch bis Ende 2016 in den Institutsräumen zu sehen sein – falls sie nicht vorher den Eigentümer wechseln! Danach wird dann ein anderer finnischer Künstler/eine andere finnische Künstlerin im Rahmen von Visiting Art/ist eingeladen. Allein in der ersten Woche haben bereits 30 Institutsbesucher die Arbeiten von Ville Kylätasku bewundert.

Weitere Informationen über den Künstler und sein Schaffen unter: https://villekylatasku.carbonmade.com/

Das Interview führte Joonas Kankkunen.

Übersetzung aus dem Finnischen: Joonas Kankkunen

Ville Kylätasku vor seinem Werk „Nothing and Everything“. Foto: Joonas Kankkunen
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