Neue Wissenschaftsreferentin im Finnland-Institut: Wer bist du, Kirsi Turunen?

Publiziert: 9.05.2014
Autor: Kirsi Turunen
Kategorien: Bildung, Gesellschaft, Politik, Wissenschaft

In Deutschland bin ich ursprünglich gelandet, weil meine Mutter sich nicht getraut hat, mich als Austauschschülerin nach Südamerika reisen zu lassen. Ende der 90er Jahre verbrachte ich ein Jahr im Gymnasium in Mecklenburg-Vorpommern und seitdem verbringe ich jedes Jahr längere oder kürzere Zeiten in Deutschland. Ich habe an der Universität Helsinki Germanistik und Anglistik sowie Übersetzen und Erziehungswissenschaften studiert. In meinem Masterstudium habe ich mich mit Soziolinguistik und Englisch als lingua franca der Hochschulwelt beschäftigt. Ich hatte die Möglichkeit mit Erasmus- und DAAD-Stipendien in Berlin zu studieren und 2013 habe ich ein Volontariat als Studien- und Praktikumsberaterin hier im Finnland-Institut absolviert.

Als Wissenschaftsreferentin ist es meine Hauptaufgabe lange Kooperationsbeziehungen zwischen finnischen und deutschsprachigen Akteuren zu schaffen. Ich arbeite eng mit Hochschulen, Stiftungen und anderen Lern- und Forschungseinrichtungen zusammen. In dieser Arbeit ist es wichtig, sowohl die Länder selbst als auch deren aktuellen Bedürfnisse und Themen zu kennen. Die enorme Vielfalt im deutschsprachigen Raum stellt dabei besondere Herausforderungen. Von Berlin aus bekommt man kein Gesamtgefühl von ganz Deutschland, geschweige denn vom ganzen deutschsprachigen Europa.

In diesem Jahr ist Finnland Gastland der Frankfurter Buchmesse. Auch die Arbeit der Wissenschaftsreferentin ist dabei eng mit dem durch das Finnland-Institut koordinierte Satellitenprogramm COOL2014 verknüpft, das sich über das ganze Jahr und in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet. Finnisches Lesen und die Zugänglichkeit von Kultur und Bildung stellen die Kernthemen des Projekts dar. Im Gastlandjahr lohnt es sich, die Aufmerksamkeit in den deutschsprachigen Ländern möglichst weitgehend zu nutzen.

Ich beteilige mich aktiv an der Organisation der institutseigenen Ausstellungen. Die neue Wanderausstellung Lernschwärmen, die sich mit dem Thema Lernen beschäftigt, ist im Moment beim Festival Nordischer Klang in Greifswald zu sehen. Von dort aus kehrt sie wieder zurück nach Berlin und dann zieht sie weiter nach Bayreuth, Hofgeismar und Bonn. Als Wissenschaftsreferentin darf ich das Institut bei Ausstellungseröffnungen präsentieren und über die Aussichten der finnischen Bildung sprechen.

Im September wird die neue Ausstellung Buchstäblich im Institut eröffnet. Diese stellt verschiedene Formen des Lesens vor. Einen Teil der Ausstellung gestalten Studierende der Universität Lappland, der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und der Kunstakademie Tallinn zusammen. Außerdem zeigen Studierende der Fotografie der Yrkeshögskola Novia eine Serie von Porträts zum Thema Lesepositionen und -situationen.

Auch stehen in diesem Jahr verschiedene Diskussionsveranstaltungen auf dem Wissenschaftsprogramm. Im Juni wird im Institut über den gesellschaftlichen Wandel der Geschlechterrollen diskutiert. Außerdem werde ich an einem bildungspolitischen Podium beim Bildungscamp in München teilnehmen. Im Oktober konzentriert sich das Wissenschaftsprogramm auf die Anforderungen und Angebote der Bildungs- und Arbeitswelt. Mit der Ludwig-Maximilians-Universität fragen wir, ob das Studieren kleiner Sprachen lohnenswert ist. Und was ist mit der Weiterbildung als Anforderung im 21. Jahrhundert? Das Thema wird in Bonn behandelt, dort sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, das Bundesinstitut für Berufsbildung und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung unsere Kooperationspartner.

Auch schon in Kürze sind wir in Bonn. Dort nimmt Dr. Vesa Vares von der Universität Turku an einer sehr aktuellen Diskussionsveranstaltung über europäische Integration teil. Das Finnland-Institut organisiert die Veranstaltung zusammen mit der Universität Bonn und der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

Kirsi Turunen arbeitet ein Jahr als Wissenschaftsreferentin im Finnland-Institut in Deutschland.

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