Wissen ist Macht, Teilen ist Zukunft

Publiziert: 6.06.2014
Autor: Anna-Maija Mertens
Kategorien: Bildung, Gesellschaft, Sonstiges, Wirtschaft, Wissenschaft

Wissen ist Macht. Und Teilen ist Zukunft. Das ist die Überzeugung vieler Menschen in den heutigen Wissensgesellschaften. Diese Gesellschaften sehen sich zunehmend mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Bürger dazu zu befähigen, die immer komplexer werdende Welt zu verstehen und damit umzugehen.

Da aber die Grenzen der individuellen Auffassungsgabe begrenzt sind, geht es nicht mehr nur darum, den einzelnen Menschen in seinem individuellen Bildungsweg zu fördern und zu stärken. Es geht vielmehr darum, dass effiziente Wege gefunden und genutzt werden, damit Menschen von dem Wissen und Können anderer profitieren können. In Zukunft kommt es nicht mehr darauf an, alles selbst zu können, sondern vielmehr darauf, dass man fähig ist, zum Wissen anderer zu gelangen und es effektiv zu nutzen.

Aber die Voraussetzung für das Nutzen des Wissens anderer Menschen ist die Zugänglichkeit dieses Wissens. Wir erleben zwar heute eine enorme Informationsflut insbesondere durch die neuen Medien, aber wir haben bei weitem nicht die Kompetenz, dieses Wissen sinnvoll zu sortieren und zu nutzen. Und dann gibt es noch die Information, zu der die breite Masse der Bevölkerung keinen Zugang hat, die aber häufig die allerwertvollste Information ist. So entstehen neue Machtverhältnisse und neue Hierarchien durch die ungleichmäßige Verteilung des Wissens.

Diese Hierarchien möchte Akseli Virtanen, Wirtschaftswissenschaftler und Revolutionär der Aalto-Universität, brechen. In der Finanzwelt, wo die Macht des Wissens besonders deutlich wird, will er das Wissen der klügsten Anleger für das breite Publikum zugänglich machen. Er kritisiert, dass die Schere zwischen den Armen und den Reichen immer weiter auseinander geht, weil diejenigen, die das Glück haben, ohne zu arbeiten ihr Geld zu verdienen, immer zu mehr Reichtum gelangen, während die anderen, die abhängig von der Arbeit als einziger Geldquelle sind, immer beschwerlichere Arbeitsbedingungen akzeptieren müssen. Dieses Missverhältnis will Virtanen dadurch umkehren, dass er das Wissen der wenigen Reichen den abhängig Arbeitenden zugänglich macht.

Das Projekt, das Akseli Virtanen und sein Kompagnon entwickelt haben, heißt Robin Hood Minor Asset Management. Grundsätzlich geht es darum, von den größten Finanzhaien das Geldverdienen zu lernen. Dieses Wissen nutzen sie, um mit dem eigenen Fonds Geld zu machen. Ihre Arbeit, im Gegensatz zu den anderen Investmentfonds Manager, müssen die Anleger nicht bezahlen, allerdings müssen sich die Anleger verpflichten, die Hälfte der Gewinne an bestimmte gemeinnützige Projekte auszuschütten.

Ob das nun ein Finanzprojekt oder ein Kulturprojekt sei, wollen laut Virtanen viele Beobachter und Partner immer wieder wissen. Für ihn sind das aber eh veraltete Kategorien, die das neue Denken eher hemmen. Eine eigene Erfahrung inklusive eines kostenlosen Beratungsgesprächs können Sie aber selbst jetzt am Wochenende in Stuttgart vereinbaren.

Die Finanzgenossenschaft zu Besuch im Stuttgart 7.6.–13.6.2014.

Akseli Virtanen und das Projekt Robin Hood sind auch Gegenstand des Artikels „Der Trittbrettfahrer. Ein Ökonom aus Finnland will die Finanzwelt mit ihren eigenen Mitteln schlagen“ in BrandEins 06/2014.

Bild: Elsa Kemppainen
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