Die neue Hauptstadt
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts konnte sich ein bürgerliches Musikleben herausbilden. Damit ging u.a. die Einrichtung von Konzerthäusern einher: In der damaligen finnischen Hauptstadt Turku wurde 1747 die „Akademische Kapelle“ und 1790 die „Musikalische Gesellschaft Turku“ gegründet. Auch in Viipuri (Wiborg) gab es ein reges Kulturleben.
Finnland kam 1809 von schwedischer unter russische Herrschaft und erhielt den Status eines autonomen Großfürstentums. 1819 wurde die Hauptstadt von Turku nach Helsinki verlegt, was einen raschen Aufschwung des Musiklebens der neuen Hauptstadt nach sich zog, denn Wiborg als Zentrum des östlichen Kulturlebens verstärkte auch die Stellung von Helsinki als Kulturstadt. Zahlreiche, vorwiegend deutsche Opernensembles gastierten nun beispielsweise von Wiborg aus auch in Helsinki und weckten dort große Begeisterung für die Oper.Die Universität wird zum Zentrum des Musiklebens
Zwischen 1820 und 1840 veränderte sich das Stadtbild von Helsinki, als der deutschstämmige Architekt Carl Ludwig Engel (1778–1840) mit den Gebäuden um den Senatsplatz ein neues Stadtzentrum entwarf, dessen Stil den Petersburger Klassizismus in Finnland verankerte. Zu dieser Gebäudegruppe gehört auch die Universität, deren Sitz 1828 von Turku nach Helsinki verlegt wurde. Sie wurde zum Zentrum des finnischen Musiklebens.
(PH)
