Ville Andersson: I can’t go on. I will go on.

Kategorien: Im Spotlight, Kunst
Ort: Berlin
Eröffnung: Do 8.3. 19–21 Uhr
Datum: 09.03. – 20.06.2018
Öffnungszeiten:

Mo–Mi 11–17 Uhr, Do 11–19 Uhr, Fr 11–15 Uhr. An allgemeinen deutschen Feiertagen sowie am 3.–6. April, 30. April und 11. Mai geschlossen.
Aufgrund von Sanierungsarbeiten im Gebäude wird die Ausstellung auch über diese Daten hinaus für kürzere Phasen leider nicht begehbar sein. Bitte informieren Sie sich hierzu tagesaktuell!

Adresse:

Finnland-Institut in Deutschland, Georgenstr. 24 (1. OG), 10117 Berlin

Verkehrs-anbindung:

Bahnhof Berlin-Friedrichstraße

Mitveranstalter:

Galerie Helsinki Contemporary, Finnlandschwedischer Kulturfonds Svenska kulturfonden

AUSSTELLUNG, kuratiert von Mikaela Lostedt.

Der Titel I can’t go on. I will go on. spielt auf die letzten Worte des Romans Der Namenlose (The Unnamable) von Samuel Beckett an. Ville Andersson versteht diese Äußerung als Spiegelung einer Umgebung, die gleichzeitig tragisch und komisch ist. Tragisch, weil sie zerfällt – komisch, weil sie weitergeht. Zugleich wirken die Worte wie ein Mantra, ein Motivationsspruch. Die Ausstellung begann mit einem in der Wüste New Mexicos gemachten Foto. Dort ist zurzeit das Projekt Lincoln Near-Earth Asteroid Research angesiedelt, in dem sich der Erde nähernde Asteroiden beobachtet werden. Ganz in der Nähe wurde auch der allererste Kernwaffentest durchgeführt. Ville Andersson interessiert sich für solche „Un-Orte“, in denen nicht nur die Abwesenheit von Zeit und Raum gegenwärtig sind, sondern auch die Anwesenheit dieser Abwesenheit. In I can’t go on. I will go on. sind Fotos, Zeichnungen und Gemälde zu sehen. Der Künstler hat sich auch einer neuen Technik, der „digitalen Bildhauerei“, bedient. Mithilfe einer 3D-Modellierungssoftware hat der Künstler Bilder gestaltet und diese schließlich wie Fotos abziehen lassen. Anderssons Werke bewegen sich zwischen dem Abstrakten und dem Darstellenden, dem Organischen und dem Anorganischen.

Ein Element in den Werken sind die Landschaften. Bergen und Felsen ähnelnde Formationen sind aus der Erinnerung entstanden. Sie sind verbliebene Erinnerungen, verschwindende Teilchen der Erfahrung. Ein weiteres Thema sind Körper und Gesicht; geschlechtslose Formen scheinen gleichzeitig in Bewegung zu sein und zu stagnieren. Andersson spricht von der Beruhigung der Bewegung: Spiel und Tanz sind ein Versuch, die Tragödie zu überwinden, die Wunden zu behandeln und Bedeutung zu schaffen. Typisch für Anderssons Ästhetik sind ihr Andeutungs- und Nuancenreichtum, Genauigkeit, Sparsamkeit und Vergänglichkeit.

Ville Andersson wurde 2015 in Finnland mit dem Titel „Junger Künstler des Jahres“ ausgezeichnet. Seine Werke sind auch weit über Finnland hinaus zu sehen, so beispielsweise im EMMA – Museum für moderne Kunst in Espoo/Finnland, The National Art Center in Tokio, Vitraria Glass + A Museum in Venedig, Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen, Centrum för Fotografi in Stockholm und im FOMU – Fotomuseum Provincia Antwerpen. Ville Andersson gehört 2018 zu den Künstlern im Programm The Watermill Center Artist-in-Residence.

© Ville Andersson