1809 und die Folgen. Finnland zwischen Schweden, Russland und Deutschland

Autor(-in): Jan Hecker-Stampehl, Bernd Henningsen, Anna-Maija Mertens, Stephan Michael Schröder (Hrsg.)
Schriftenreihe: Schriftenreihe des Finnland-Instituts, Bd. 12
Verlag: Berlin (Berliner Wissenschafts-Verlag) 2011, 312 S.
Preis: ISBN 978-3-8305-1882-2
Autor(-in): 29 EUR Buchbestellung

Das Jahr 1809 markiert für Finnland einen der wichtigsten Wendepunkte seiner neueren Geschichte; es begann die lange Reise zur Unabhängigkeit 1917.
Den Hintergrund bilden die Kriegskonstellationen der napoleonischen Zeit in Europa, in die auch Finnland verwickelt wurde. Als Ergebnis des ›Finnischen Krieges‹ zwischen Russland und Schweden 1808–1809 musste Schweden seine bisherige östliche Provinz an Russland abtreten: Sie wurde zu einem autonomen Großfürstentum im Russischen Reich. Was in gesamteuropäischer Perspektive nur ein geschichtliches Detail war, sollte sich für Finnland als großer Glücksfall erweisen: Alexander I. gestattete den Finnen eine weitgehende Autonomie und die Beibehaltung ihres Rechtssystems, das die Grundlage für die Verwaltungsstruktur war und ohne das die Konstruktion einer nationalen Identität im Laufe des 19. Jahrhunderts nicht vorstellbar ist.
Die Ereignisse im Norden Europas um 1808/1809 werden in diesem Band aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Ausgangspunkt ist die politische Situation in und um Finnland, doch geht es auch um eine gesamteuropäische Verortung. Beleuchtet werden der Beginn der politischen und kulturellen Eigenständigkeit des Landes ebenso wie die Frage, was 1809 für das heutige Finnland, für Schweden und für Russland bedeutet – und nicht zuletzt, wie sich die Kulturbeziehungen zwischen Finnland und Deutschland seit 1809 gestaltet haben.
Mit Beiträgen von Matti Klinge, Ralph Tuchtenhagen, Martin Hårdstedt, Horace Engdahl, Max Engman, Kristian Gerner, Torkel Jansson, Robert Schweitzer, David Kirby, Frank Nesemann, Marja Järventausta, Jörg Hackmann, Stephan Michael Schröder, Tomi Mäkelä, Benjamin Schweitzer, Christoph Parry und Hanna Korsberg.

Dieser Band dokumentiert drei Veranstaltungen:

  1. die Ringvorlesung 1809 und die Folgen: Finnland, Schweden, Russland und der Wandel der (nord-)europäischen Staatenwelt am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin,
  2. die Konferenz Finnland – Deutschland 1809–2009: 200 Jahre Begegnungen und Wahrnehmungen, die das Nordeuropa-Institut im Juni 2009 zusammen mit dem Finnland-Institut veranstaltete, sowie
  3. die Tagung 1809 – Vom Ende und Anfang der finnisch-schwedischen Beziehungen am Institut für Skandinavistik/Fennistik der Universität zu Köln im November 2009.