#MobileHome2017

Publicerad: 26.09.2016
Författare: Laura Hirvi
Kategorier: Konst, Samhälle, Vetenskap

2017 begeht Finnland ein wichtiges Jubiläumsjahr. Nicht nur aus diesem Anlass sind Überlegungen, was Begriffe wie „Heim“ und „Heimat“ (fi. koti/kotimaa) für uns jetzt und in Zukunft bedeuten, aktuell und wesentlich. Dies wird das Finnland-Institut 2017 in seinem Programm reflektieren – wie, beschreibt Institutsleiterin Dr. Laura Hirvi im folgenden Blogbeitrag.

Nächstes Jahr wird Finnland seine 100-jährige staatliche Souveränität feiern. Es ist somit ein „junges“ Land, in dem zurzeit gut 5 Millionen Menschen zuhause sind. 2017 wird diese Heimat unter dem Motto Yhdessä (dt. zusammen) gefeiert. Es wird eine Vielzahl von Veranstaltungen in Finnland und außerhalb Finnlands geben, die man auf der Internetseite suomifinland100.fi gesammelt findet.

Das Finnland-Institut in Deutschland wird gemeinsam mit den Instituten in Brüssel, London und Paris das Projekt Mobile Home 2017 realisieren. Im Zentrum diese Unterfangens steht die Frage, wie Heim und Heimat definiert werden und welche Rolle sie im mobilen Zeitalter des 21. Jahrhunderts spielen.

Das englische Wort home ist ein einfaches Wort mit komplexer Bedeutung. Es kann sich sowohl auf einen physischen, konkreten Ort als auch auf einen gefühlten, abstrakten Zustand beziehen [Literaturtipp hierzu am Ende dieses Blogbeitrags, d.Red.]. Im Deutschen würden wir im ersten Fall eher vom „Heim“ im Sinne von „Zuhause“ und im zweiten Fall von „Heimat“ sprechen. In beiden Fällen sollten wir „Heim/at“ aber als etwas verstehen, was durch einen andauernden Prozess geformt wird: Menschen errichten Räume und füllen sie durch ihre alltäglichen Handlungen mit Bedeutung. „Heimat“ ist kein vorgefundener Zustand, sondern ein Gefühl, das sich entwickelt. Grundlegend in dem Prozess, durch den man sich ein Heimatgefühl aufbaut, ist die Art und Weise, in der die anderen auf uns reagieren. Bin ich hier willkommen? Darf ich dazugehören?

Das Projekt Mobile Home 2017 behandelt das Wohnen der Zukunft und beschäftigt sich u.a. auch mit der Frage, was passiert, wenn man sein Zuhause oder seine Heimat verlassen muss. Für das Finnland-Institut in Deutschland werden der finnische Künstler Tuomas A. Laitinen und das Architektenkollektiv Raumlabor Berlin eine Rauminstallation erarbeiten, die auf diese Fragen Bezug nimmt und dabei Vorstellungen zukünftigen Lebens umfasst. Dabei spielen nachhaltige Materialien und regenerative Energien eine Rolle. Die Ausstellung wird vom 26.1.–7.7.2017 im Finnland-Institut zu sehen und zu begehen sein.

Auch mittels der dazugehörigen Veranstaltungsreihe Mobile Home_donnerstags, die während der Dauer der Ausstellung am Institut stattfinden wird, wird Mobile Home 2017 neue Blickwinkel auf das Verständnis von „Heim“ und „Heimat“ eröffnen. Die Rauminstallation wird im August 2017 auch während des Helsinki Festivals in der Galerie Sinne in Zentrum Helsinkis zu sehen sein. Ein weiterer Partner des Berliner Anteils von Mobile Home 2017 ist das Goethe-Institut Finnland in Helsinki. Getreu dem Motto des Festjahres arbeiten wir also zusammen.

Autorin: Laura Hirvi

Das offizielle Finnland-Launching von Mobile Home 2017 findet am 29.9 in Helsinki statt.

Zum Verständnis von engl. home:
Hirvi, Laura, ‘Young Sikhs in Finland: Feeling at Home Nowhere, Everywhere, in Between and Beyond.’ In: K. Myrvold and K. Jacobsen (Hrsg..) Young Sikhs in a Global World. Negotiating Traditions, Identities and Authorities. Farmham, Burlington: Ashgate 2015.

 

Background image