Lichtblicke. Zeitgenössische finnische Fotografie

Kategorier: I fokus, Konst
Plats: Potsdam
Invigning: So 3.9. 18 Uhr
Datum: 03.09. – 22.10.2017
Öppettider:

Di 11–15 Uhr, Mi–Fr 11–18 Uhr, Sa + So 12–17 Uhr und nach Vereinbarung

Adress:

Kunstverein KunstHaus Potsdam, Ulanenweg 9, 14469 Potsdam

Länk: http://www.kunstverein-kunsthaus-potsdam.de/
Mer information:

Tel. 0331-200 80 86

E-post: info@kunsthaus-potsdam.de
Samarbeta:

KunstHaus Potsdam e.V., Stadt Potsdam, Bethmann Bank

AUSSTELLUNG mit Werken von Markus Henttonen, Pertti Kekarainen, Ola Kolehmainen, Anni Leppälä und Nelli Palomäki, kuratiert von Ritva Röminger-Czako.

Die Ausstellung präsentiert Arbeiten  von fünf Fotograf_innen, die jeweisl eine wichtige Position in der finnischen Fotokunst einnehmen, darüber hinaus aber ebenfalls den Sprung auf die internationale Kunstbühne geschafft haben. Zwei von ihnen leben und arbeiten dauerhaft in Berlin. Die künstlerischen Interessen und Arbeitsmethoden der fünf sind sehr verschieden.  Gemeinsam für ihre Arbeiten ist allerdings der meisterhafte und kühne Einsatz des Lichtes.

In seiner jüngsten Serie Twisted Tales – Road to Hope zeigt Markus Henttonen Aufnahmen, die zuweilen an Filmstills von Roadmovies erinnern. Sie berichten von Ängsten, Erinnerungen, Hoffnungen und Träumen der Protagonisten.

Pertti Kekarainens Thema ist der Raum, dessen Eigenschaften und Mehrschichtigkeit sowie die Mechanismen unserer Wahrnehmung. Die Motive seiner großformatigen Arbeiten sind Innenräume, Eingangstüren, Durchblicke oder Treppen, die aber von ihm so raffiniert verfremdet werden, dass unsere herkömmliche Vorstellung von der Realität ins Schwanken gerät. Gezeigt werden Arbeiten von der aktuellen Serie Tila. Dieser Begriff hat in der finnischen Sprache mehrere Bedeutungen: Raum, Platz, Lage oder Zustand. Er inspirierte den Künstler zu diese Serie und er beschreibt ausgezeichnet die künstlerischen Ziele des Fotografen.

Das fotografische Interesse von Ola Kolehmainen gilt der Architektur. Allerdings geht es ihm nicht darum, Bauten mit ihren Außen- und Innenräumen im dokumentarischen Sinne festzuhalten. Ob Profan- oder Sakralarchitektur: Kolehmainen sucht in einem aufwändigen Arbeitsprozess einzelne Details heraus, die mit Hilfe der Farbe und des Lichtes von ihm künstlerisch interpretiert werden. Die Motive für die monumentalen und minimalistischen Aufnahmen entnimmt er einer früheren kunstgeschichtlichen Phase, der europäischen Moderne. Seit einigen Jahren fokussiert Kolehmainen ebenfalls die alte Sakralarchitektur im islamischen und jüdischen Kulturraum.

Das Œuvre von Anni Leppälä besteht aus meist inszenierten Einzelaufnahmen mit unterschiedlichen, kleineren Formaten. Ihre Bilder zeigen Interieurs, Landschaften, Menschen und Stillleben. In Ausstellungen werden sie in rätselhaften Wandinstallationen zusammengeführt – jeweils in neuen Konstellationen. Dabei kommunizieren die einzelnen Aufnahmen mit den Strophen eines Gedichtes miteinander. Ein wichtiger Ausgangspunkt der Künstlerin sind Erinnerungen vor allem aus ihrer Kindheit, aber auch die nordische Malerei des frühen 20. Jahrhunderts inspiriert sie.

Die Jüngste in der Ausstellung ist Nelli Palomäki. Sie richtet ihre Kamera auf Kinder und Jugendliche, die meist an der Schwelle der Kindheit zum Erwachsenwerden stehen. In ihren großformatigen, intensiven und sensiblen Schwarz-Weiß-Aufnahmen schauen die Protagonisten den Betrachter mit großer Ernsthaftigkeit an. In den klassisch anmutenden Porträts hat die Fotografin nicht nur die äußere Erscheinung ihrer Protagonisten meisterhaft festgehalten, sondern auch ihre innere Welt, z.B. die Verletzlichkeit eines Teenagers. Nach der Künstlerin sind ihre Aufnahmen immer auch ein wenig Selbstporträts.

So 22.10. 17 Uhr Ausstellungsrundgang und Vortrag von Ritva Röminger-Czako: Im Licht des Nordens. Die finnische Malerei des Goldenen Zeitalters 1880–1917

Einladung

© Markus Henttonen, ”Snow Flake” (2015) aus der Serie ”Twisted Tales – Road of Hope”, archival pigment print, gerahmt, 40×30 cm, ed. 1/6