VIDEOARBEIT im Rahmen von Basel Social Club 2026, parallel zur Kunstmesse Art Basel. Das Thema des diesjährigen BSC lautet „Office”.
Der Basel Social Club (BSC) hat als Guerilla-Projekt in zeitlicher Nähe zur weltbekannten Kunstmesse Art Basel, wenn nicht gar als eine Art „Gegengewicht” dazu, bereits viel positive Aufmerksamkeit erhalten: 2022 durch ein Kollektiv von Künstler*innen, Galerist*innen und Kurator*innen gegründet, hat der BSC zum Ziel, neue soziale Räume für Kunst zu schaffen. Darin soll der gewerbliche Umgang mit Kunst – ganz im Gegensatz zum Geschehen bei der Kunstmesse – keine Rolle spielen. Der BSC findet jedes Jahr an einem neuen Veranstaltungsort statt: So läuft die diesjährige Ausgabe in einem leerstehenden Bürogebäude in der Nähe des Bahnhofs Basel SBB und belebt dessen Etagen durch Ausstellungen, Performances, Musik, Gastronomie und informelle Begegnungen. Indem das Büro sowohl zum Gegenstand der Auseinandersetzung als auch zur Inszenierungsumgebung wird, setzt sich der Basel Social Club mit den sich wandelnden Bedingungen von Arbeit, Zeit und Produktion im Kontext von Digitalisierung, Remote-Infrastrukturen und künstlicher Intelligenz auseinander.
X wächst in den 1990er-Jahren auf: Als Kind macht sie Scherzanrufe, als Teenager beginnt sie ihren ersten Job im Telefonverkauf. Bürogerüche, schwer atmende Stimmen am anderen Ende der Leitung und bedeutungslose Begrüßungsfloskeln begleiten sie von einem Arbeitsplatz zum nächsten.
Durch Archivmaterial und Amateuraufnahmen reflektiert die Erzählung die Handlungen von X als gesichtslose Figur, die ihre Stimme als kommerzialisiertes Gut einsetzt. Am I Calling You at a Bad Time ist ein experimenteller Dokumentarfilm mit fiktionalen Elementen, basierend auf Erinnerungen an reale Ereignisse.
Regie, Drehbuch: Martta Tuomaala
Kamera: Farbod Fakharzadeh, Danai Anagnostou, Johannes Valkonen, Martta Tuomaala
Ton: Lou Strömberg
Schnitt: Sakari Suuronen, Martta Tuomaala
Musik: R. Liininen
Grafikdesign: Johannes Valkonen
Produktion: Danai Anagnostou, Farbod Fakharzadeh, Martta Tuomaala
Martta Tuomaala, geboren 1983 in Lieto/Südwestfinnland, lebt und arbeitet als Bildkünstlerin in Helsinki. In ihrer künstlerischen Praxis bringt sie Film, Video und Installation zusammen und bewegt sich zwischen Dokumentarfilm und Fiktion. Sie hat selbst Erfahrungen mit Beschäftigungen im Niedriglohnsektor gemacht. Dies beeinflusst ihre Werke thematisch: So beschäftigt sich Tuomaala mit Arbeitskultur und den Rechten von Arbeitnehmenden.