• Kategorien:Wissenschaft und Gesellschaft
  • Ort:Berlin
  • Datum: 04.05.2022
  • Zeit:19.00 Uhr
  • Adresse:Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst, Maschinenhaus M0, Am Sudhaus 3, 12053 Berlin-Neukölln
  • Verkehrsanbindung:U7 Rathaus Neukölln, U8 Boddinstraße
  • Mitveranstalter:Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst, Königlich Norwegische Botschaft, Berlin
  • Link:https://www.kindl-berlin.de/diskursprogramm
  • Eintritt:Eintritt frei!
  • facebook twitter

Landscapes of Equality, Teil 2

event photo
Lada Suomenrinne, Daughter of Black Sun (Fotografie, 2019)

PODIUMSGESPRÄCH im Rahmenprogramm zur Ausstellung Landscapes of Belonging. In englischer Sprache.

Die Direktorin des KINDL-Zentrum und Co-Kuratorin der Ausstellung Kathrin Becker  diskutiert mit

Áile Aikio, Sámi-Museumsexpertin (Rovaniemi/Finnland),
Mahret Ifeoma Kupka, Kuratorin und Kunsthistorikerin (Frankfurt am Main) und
Erika Stöckel, Künstlerin (Oslo).

Im Zentrum des Gesprächs stehen Präsenz und Gleichheit sowie den Zugang zu europäischen Museen und Institutionen für indigene Völker und transnationale Künstler*innen heute.

Duodji wird häufig als Kunst und Kunsthandwerk der Sámi übersetzt, es beschreibt aber vielmehr die gesamte samische künstlerische Lebensweise und ist so zentraler kultureller Bezugspunkt der indigenen Bevölkerung Nordeuropas. Viele der Duodji-Objekte befinden sich unberührbar in Sammlungen und Archiven europäischer und auch Berliner Museen. Über die Bedeutung dieser Objekte und Möglichkeiten, diese neu zu aktivieren, spricht Kathrin Becker mit der Wissenschaftlerin Áile Aikio, die unter anderem in Berliner Duodji-Archiven geforscht hat, der Künstlerin Erika Stöckel, die sich in ihren Arbeiten auf Duodji bezieht und der Kuratorin Mahret Ifeoma Kupka, die sich mit geraubten Objekten und Möglichkeiten, diese zum Sprechen zu bringen, beschäftigt. Welche Bedeutungszusammenhänge und welches Wissen lässt sich aus diesen Objekten erschließen? Welche Geschichten lassen sich erzählen? Wie gehen wir mit Raub, Verlust und den Lücken und Wunden um, die entstanden sind, und welche Möglichkeiten von Heilung gibt es?

Luobbal-Sámmol-Aimo Áile, so ihr sámischer Name, geboren 1979 in Ohcejohka (fi. Utsjoki), ist eine sámische Museumswissenschaftlerin und Doktorandin an der Universität von Lappland. In ihrer Dissertation untersucht Aikio sámische Museen und hinterfragt, wie Museen und Museumspraktiken indigenisiert und sámifiziert werden können. Seit 2019 ist sie Teil des multi- und interdisziplinären Forschungsprojekts The Ontological politics of Sámi Cultural Heritage, das darauf abzielt, ein neues Verständnis des samischen Kulturerbes und seiner Verflechtung mit den Indigenisierungsprozessen der Gesellschaft zu entwickeln. Von 2005 bis 2019 war Aikio Kuratorin im Sámi Museum Siida in Anár (fi. Inari) in Finnland, zunächst in der Abteilung Sammlungen und später als Kuratorin für Ausstellungen und Museumspädagogik. Aikio interessiert sich für Indigenisierung und dafür, wie das traditionelle Wissen der Samì zu einer samischen Museologie umgestaltet werden kann. Ihre jüngsten Veröffentlichungen sind: A Window into Vanishing Sámi Culture? Visual Representations of Sáminess in the Shared Siida Exhibition by Sámi Museum Siida and Northern Lapland’s Nature Centre (2022) und Sámification and Sámi Museum (2021). Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin des Buches The Sámi world, das im Juni 2022 in der Routledge World-Reihe erscheinen wird.

Mahret Ifeoma Kupka, geboren 1980 in Hanau, ist Kunstwissenschaftlerin, freie Autorin und seit 2013 Kuratorin für Mode, Körper und Performatives am Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. In ihren Ausstellungen, Vorträgen, Texten und interdisziplinären Projekten befasst sie sich mit den Themen Rassismus, Erinnerungskultur, Repräsentation und der Dekolonisierung von Kunst- und Kulturpraxis in Europa und auf dem afrikanischen Kontinent. Kupka ist Mit-Initiatorin und Kuratorin des Talking Objects Lab. Sie ist Beiratsmitglied der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. und Gründungsmitglied der Neuen Deutschen Museumsmacher*innen. 2015 wurde sie mit einer Arbeit zum Thema Modeblogs und der Mythos der Revolutionierung der Mode promoviert.

Erika Stöckel, geboren 1989 in Kiruna/Schweden, ist eine in Oslo lebende Künstlerin. Sie ist Mitbegründerin der Trailer Gallery in Umeå/Schweden und des kreativen Kollektivs Low Standards in Oslo. Sie studierte Bildende Kunst an der Oslo National Academy of the Arts und der Academy of Fine Arts Umeå.

——————————

Die Gruppenausstellung Landscapes of Belonging dekonstruiert die oft übersehenen kolonialen Prozesse in Europa und untersucht aktuelle Formen der Zugehörigkeit. Das begleitende Diskursprogramm vertieft die Debatte mit einem Fokus auf kuratorische Praktiken: Welcher Ethik folgen die Kulturen des Kuratierens in Nordeuropa, und wie kann eine neue Ethik des Ausstellens mit einem größeren kritischen Potential verbunden werden?

 

 

Wir verwenden Cookies auf unserer Website, um Ihnen die relevanteste Erfahrung zu bieten
Weitere Informationen über die Verwendung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.