LESUNG UND GESPRÄCH im Rahmen einer Lesereise von Hamburg (25.11.) über Kiel nach Berlin (27.11.).
Moderation und deutsche Lesung: Tanja Küddelsmann
Die finnische Autorin Susanna Hast liest aus ihrem Debütroman – einem tief bewegenden, feministischen Werk zwischen Roman, autobiografischen Aufzeichnungen und Essay. Gemeinsam mit ihrer Übersetzerin Tanja Küddelsmann spricht sie über Erinnerung, Trauma und Selbstermächtigung. Hast wurde für dieses Werk 2022 mit dem Literaturpreis von Helsingin Sanomat ausgezeichnet.
Susanna Hast behandelt in ihrem Buch Schritt für Schritt ihre eigenen traumatischen Erlebnisse ebenso wie die vielfältigen Dimensionen sexueller Gewalt an Frauen im Allgemeinen. Sie reflektiert über Schuld und Unschuld, Scham und Würde, über Sexualität und Mutterschaft. Dabei schlägt sie auch einen Bogen zu Autorinnen wie Hélène Cixous oder Maggie Nelson, die sich ebenfalls mit Gewalt und Weiblichkeit befasst haben.
Hast wurde in Schweden geboren, ist in Rovaniemi/Nordfinnland aufgewachsen und lebt heute in Helsinki, wo sie als Schriftstellerin, Musikerin und Forscherin tätig ist. 2012 promovierte sie an der Universität Lappland in Staatswissenschaften mit dem Forschungsschwerpunkt internationale Beziehungen. Heute lehrt sie künstlerische Forschung an der Theaterakademie Helsinki und ist Lehrbeauftragte in den Masterstudiengängen Tanzpädagogik und Theaterpädagogik der Universität der Künste Finnlands. In ihren Arbeiten untersucht sie den Körper im Kontext von Krieg, Tanz und Sprache – sowie die Frage, wie sich Gewalt erzählen lässt, ohne sie zu wiederholen.