Aus Finnland auf die Reeperbahn

Publiziert: 11.06.2015
Autor: biblio
Kategorien: Musik

Tuomo Tähtinen ist Geschäftsführer des Interessenverbands Music Finland. Ville Määttä hat ihn inmitten der Vorbereitungen für das im September stattfindende Reeperbahn Festival interviewt.

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Worum handelt es sich bei dem Projekt „Aus Finnland“?

„Aus Finnland“ ist das größte jemals verwirklichte Exportprojekt finnischer Musik. Es richtet sich an Interessenten in Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Projekt zielt in erster Linie darauf, die Voraussetzungen für den langfristigen Export und die Beteiligten – Künstler, Produzenten und Musikfirmen – in den deutschsprachigen Ländern zu fördern. Während des Projekts und als dessen Ergebnis streben wir an, vielfältige neue Chancen wie Aufnahme-, Finanzierungs- und Agenturverträge oder Tournee- und Festivalengagements zustande zu bringen. Die Grundidee besteht darin, zusammen mit lokalen Betreibern erfolgreich zu sein, so dass am Ende alle davon profitieren.

Sehen die finnischen Musiker in den deutschsprachigen Ländern als Markt größeres Potential als in anderen Ländern?

Auf jeden Fall. Die deutschsprachigen Länder zählen seit langer Zeit zu einem der wichtigsten Musikmärkte – unabhängig vom Genre. Deutschland ist auch im globalen Vergleich ein sehr lebendiger Musikmarkt. Allgemein wird Kultur sehr hoch geschätzt, Live-Konzerte ziehen viel Publikum an und auch die Nachfrage nach Musikproduktionen ist hoch.

Welche Art von Musik ist im deutschsprachigen Raum populär?

Finnland wird traditionell oft im Bereich von Klassik und Heavy Metal als Top-Musiknation gesehen, aber Erfolgsgeschichten findet man auch in allen Genres von Jazz bis Pop und von Volksmusik bis Indie-Rock. Das Publikum im deutschsprachigen Europa ist sehr aufgeschlossen und schätzt vielerlei Musik.

Nimmt die Nachfrage nach finnischer Musik im deutschsprachigen Europa in der letzten Zeit zu oder ab?

Insgesamt betrachtet gibt es eigentlich keine Nachfrage nach finnischer Musik. Gleichwohl wird das Angebot an Musik in Zukunft zumindest nicht geringer, weswegen wir die finnische Musik dabei unterstützen müssen, sich aus der Masse hervorzuheben. Die Nachfrage muss man also selbst schaffen. Der Erfolg finnischer Musik ist schon seit vielen Jahren nicht zu übersehen und neue Glückstreffer sind ständig zu verzeichnen. Momentan ist die finnische Musik vielfältiger sichtbar und hörbar und kommt besser an als jemals zuvor, was man zumindest als klares Zeichen des vermehrten Exports und der dadurch erhöhten Nachfrage deuten kann.

Wie zeigt sich Aus Finnland im September beim Reeperbahn Festival in Hamburg?

Die Marke Aus Finnland umfasst weiterhin die länderübergreifende Partnerschaft. Das Reeperbahn Festival gehört zu den bedeutendsten Ereignissen dieses Jahres und wir hoffen, dass es sich gleichzeitig positiv auf das Bewusstsein des Musikpublikums und der Experten der Branche auswirkt.

Wie ist Finnland als erstes Themenland des Festivals vertreten?

Auf dem Festival treten 10 bis 15 finnische Künstler_innen auf und zahlreiche Fachleute der finnischen Musikbranche werden teilnehmen. Wir beteiligen uns auch an der Gestaltung von Seminarinhalten und bauen nach einem neuen interessanten Konzept einen finnischen Bereich für das Festival auf. Vor dem und während des Festivals machen wir gemeinsam mit den dortigen Partnern auch umfassende PR.

Was möchten Sie noch über Aus Finnland sagen?

Ich möchte wirklich empfehlen sich mit der neuen finnischen Musik vielseitig vertraut zu machen, denn jetzt besteht dazu eine besonders gute Möglichkeit. Alle Gigs und Tourneen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz findet man unter: Aus Finnland Deutschland / Aus Finnland Österreich / Aus Finnland Schweiz

Übersetzung aus dem Finnischen: Ville Määttä, Vincent Schulze und Meri Holmela

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