© Susanna Majuri, Elskär fyr (dt. Leuchtturm Elskär, 2006)

Das Zusammenspiel von Mensch und Natur

Wie geht das Finnland-Institut an das Jahr 2020 heran? Hier ein Beitrag dazu von unserer Leiterin Dr. Laura Hirvi.

Das Jahr 2020 beginnt und gleichzeitig neigt sich wieder ein Jahrzehnt dem Ende zu. Woran werden wir uns rückblickend erinnern? Zum einen sicherlich an den aktuell anstehenden und immer wieder verschobenen Brexit. Auch die Flüchtlingsthematik, den aufsteigenden Rechtspopulismus und den Einzug der sozialen Medien in unseren Alltag wird man mit diesem Jahrzehnt in Verbindung bringen.

Es gibt aber noch ein weiteres Thema, das diese Dekade prägt und sicherlich in Zukunft einen zentralen Stellenwert einnehmen wird – Stichwort: Klimawandel. Das Bewusstsein, dass wir als Menschen den bisherigen status quo in unserem Umgang mit der Natur nicht weiter aufrechterhalten können, wächst in der Bevölkerung. Verschiedene Gruppen und Organisationen nehmen sich des Themas an. Studierende und Schüler_innen protestieren in der ganzen Welt unter dem Slogan „Fridays for Future“. Auch Wissenschaftler und verschiedene Akteure aus der Kulturszene beschäftigen sich mit der Frage, wie sich das Zusammenspiel von Mensch und Natur in Zukunft gestalten könnte und sollte. Und auch wir am Finnland-Institut möchten im Jahr 2020 durch unser Programm an diesem global wichtigen Diskurs teilnehmen und die Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Dem Zusammenspiel von Mensch und Natur widmen wir uns insbesondere im Bereich der visuellen Künste. Gleich zu Beginn des Jahres wird es eine Ausstellung mit Fotografen der berühmten „Helsinki School“ geben. In der Kunsthalle St. Annen in Lübeck werden unter dem Titel Frischer Wind aus dem Norden! Werke gezeigt, die sich mit dem der Natur beschäftigen. Die Natur ist in dieser Ausstellung der Protagonist, während der Mensch in vielen der dort gezeigten Werke nur sichtbar gemacht wird durch die Spuren, die er hinterlässt. Die Künstler erforschen und dokumentieren die Natur − den Wald, die Tiere und die Landschaften − und machen so oft auch Veränderungen sichtbar.

Auch andere Programmpunkte werden sich mit der Frage auseinandersetzen, wie sich die Wechselwirkung von Mensch und Natur gestaltet. Wir greifen das Thema darüber hinaus in unserer neuen Blogreihe Zusammenspiel auf, in der wir Akteure aus Finnland und dem deutschsprachigen Europa einladen, ihre Sicht und Erfahrungen mit uns zu teilen. Es braucht eine Diversität an Stimmen und die Expertise von vielen, um Veränderungen in die Wege zu leiten. Dass der Mensch wandlungsfähig ist und bahnbrechende Innovationen entwickeln kann, hat uns die Vergangenheit gezeigt. Hier sehe ich die Hoffnung, dass wir durch gemeinsames, grenzüberschreitendes Engagement den Klimawandel doch noch eindämmen können und Wege finden, die Entwicklungen der globalen Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Die Natur darf nicht als „Mittel zum Zweck“ verstanden werden, sondern muss als gleichberechtigter Partner eine Rolle in unserem Leben spielen.

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26.1.–26.4.2020 Ausstellung Frischer Wind aus dem Norden! Naturmotive in der Helsinki School | Kunsthalle St. Annen, Lübeck

Dieser Beitrag ist auch in der Dezember-Ausgabe 2019 von Rengas – Zeitschrift der finnischen Gemeinden in Deutschland erschienen.

Dr. Laura Hirvi ist seit 2015 Leiterin des Finnland-Instituts.

Laura Hirvi on toiminut vuodesta 2015 Suomen Saksan-instituutin johtajana.